Die erste Herrenmannschaft des 1.TTC Bremen hat die Hinserie der Saison 2011/2012 mit 12:6 Punkten auf dem vierten Platz abgeschlossen und sich damit in der Spitzengruppe der FTTB-Liga festgesetzt. Die Mannschaft um Kapitän Jan Henrik Horstmann hat dabei sogar noch mehrere Punkte „liegengelassen“ und hat in der ausgeglichensten FTTB-Liga seit Jahren (fünf Teams haben zwischen 3 und 6 Minuspunkten) noch immer Chancen auf das Erreichen des Relegationsplatzes. Unter Umständen wäre beinahe sogar die Tabellenführung in Reichweite gewesen wäre, aber das verhinderte eine chronische Doppelschwäche. Aber chronologisch der Reihe nach: Im Sommer haben den Verein die beiden Neuzugänge Jan Helmerding und Robert Klein sportlich und menschlich enorm verstärkt, die vorher beim SV Hemelingen in der gleichen Spielklasse aktiv waren. Als Wermutstropfen mussten wir hingegen leider „Urgestein“ Stefan Wahlefeld nach Berlin ziehen lassen, der für sein Master-Studium das Pendeln zu den Spielen nicht mehr auf sich nehmen konnte. Vielen Dank noch mal an ihn und alles Gute!
In der Aufstellung 1. Jan Horstmann 2. Daniel Abraha 3. Lars Schieber 4. Jan Helmerding 5. Robert Klein und 6. Ramin Schütte traten wir also mit der Gewissheit an, eine schlagkräftige Truppe ins Rennen zu schicken.
Zum Saisonauftakt nahmen wir uns fest vor, bei TuRa Bremen einen Fehlstart wie letztes Jahr zu vermeiden. Wir waren also „stets bemüht“, was leider nicht reichte. TuRa Bremen erwies sich in voller Besetzung als zu harte Nuss. Ob es daran lag, dass wir die Höhenluft nicht gewohnt waren (Spielort ist der zweite Stock eines Schulgebäudes) oder der ungewohnte Montag als Starttermin unpassend war, sei es drum… Zwei gewonnenen Eingangsdoppeln sollten erstmal keine weiteren Punkte folgen, erst unser Edel-Joker Robert Slapka sowie Einzelpunkte von Daniel und DJ Jan H. gestalteten das Ergebnis erträglicher. Kurioserweise hatten wir mehr Bälle als TuRa gewonnen und gefühlt hatten wir auch am Punktgewinn geschnuppert, aber da alle vier Fünfsatzspiele an die Heimmannschaft gingen, stand am Ende eine 5:9 Niederlage zu Buche.
Die nächsten beiden anschließenden Heimspiele gegen zwei Aufsteiger liefen hingegen deutlich angenehmer für uns. Mit 9:4 wurde TS Woltmershausen besiegt, wobei neben den 2:1 Eingangsdoppeln (da konnten wir noch Doppel spielen) außer Lars alle Spieler mindestens einen Einzelsieg beisteuern konnten. TSV Wulsdorf stellte sich eine Woche später bei uns vor, hatte jedoch nach einem drei zu eins Start (die Doppelmisere begann mit 1:2 sowie Captain Jan verlor gegen Strauß) überhaupt kein weiteres Mitspracherecht bei der Punktevergabe… Alle folgenden Einzel gingen an die TTCiaten und so gewannen wir souverän mit 9:3. Vier Heimpunkte gaben also ein gutes Gefühl für den weiteren Verlauf der Saison und ließen uns den Ausrutscher am Anfang vergessen.
Hatte ich bereits was über die Doppelproblematik geschrieben? Nun ja, auf jeden Fall durften wir zu unseren Nord-Bremer Sportsfreunden von Farge-Rekum 2 fahren, um dort gleich alle drei Eingangsdoppel im fünften Satz abzugeben. Glücklicherweise schwangen sich Daniel, Robert K. und Ramin zu großer Einzel-Form auf, während DJ Jan und Lars immerhin einen Punkt holten, um uns ins Schlussdoppel zu retten. Zu unserer großen Freude siegten Daniel und Captain Jan, so dass wir mit einem 9:7 Auswärtssieg die Rückreise antreten durften.
Einen Monat Spielpause später durften wir wieder nach Bremen-Nord touren und am kalten und nebligen Sonntagnachmittag bei der nicht nur durch vorzügliches Catering auffallenden FT Hammersbeck vorspielen. Zwei gewonnene Eingangsdoppel wurden mit einer Punkteteilung im oberen Paarkreuz ergänzt. Sehr zu unserem Leidwesen ging die Mitte mit zwei Siegen an die Heimmannschaft (Lars hatte nach drei Sätzen genau sechs Punkte weniger als sein Gegner, reichte aber für den…), daher musste nun unser unteres Paarkreuz ran an die Kohlen. R+R siegten zum Glück beide. Es ging also mit einer knappen fünf-zu-vier-Führung für uns in die zweite Hälfte. Dort standen wir aber irgendwie besser. Abrahaaa siegte nach einem ganz starken taktischen und technischen Spiel gegen den sehr guten Abwehrer von Hagen, während auch die Vorhand-Maschine Jan ohne Satzverlust kurzen Prozess mit Ertl machte. Lars und „DJ Offense“ Jan Helmerding wetzten ihre Scharte der jeweils ersten Partie aus und gewannen relativ sicher. 9:4 hieß es am Schluss für die TTCiaten.
Nun begannen Ende November die Festspielwochen mit vier Spitzenspielen in Serie.
Den Auftakt bildete das Auswärtsspiel beim TSV Borgfeld. Auch dort lagen wir schnell mit zwei zu eins nach Doppeln zurück, was sogar zu einem vier zu eins Rückstand ausartete, weil Captain Jan knapp im Fünften gegen Kuhn und Daniel im Duell der beiden besten Spieler der FTTB-Liga gegen den ungeschlagenen Striebeck verloren. Uiuiui, da hatten wir was aufzuholen… Lars und Jan H. (sehr gut gegen Bauer) siegten klar in der Mitte, während unten Ramin im Fünften gewann und Robert das Duell der beiden Abwehrspieler im Fünften knapp verlor. Fünf zu vier also für Borgfeld zur Halbzeit. Auch Captain Jan hatte keine Chance gegen Striebeck, Daniel brachte uns aber wieder auf nur einen Punkt Rückstand heran. Lars verlor äußerst ärgerlich 11:9 im Fünften, so dass die Heimmannschaft auf jeden Fall das Schlussdoppel sicher hatte. Sieben zu fünf. Nun rissen wir glücklicherweise aber durch großen Kampf das Ruder herum. Jan H. und Robert im Gleichschritt jeweils mit einem drei zu eins Sieg sicherten auch uns die Möglichkeit zum Punktgewinn. Die Frage war also beim Spiel Ramin gegen den starken Noppen-Gerken, wer mit einer acht zu sieben Führung in das Schlussdoppel gehen würde. Schnell lag Ramin mit zwei Sätzen zurück, dreht aber mit einem kühlen Kopf – und das soll was heißen bei Ramin – unter großem Jubel der Mannschafskollegen das Spiel noch zu einem knappen Fünfsatzsieg um. Das Schlussdoppel konnte also starten. Nein, konnte es doch nicht. Die eigenwillige Hallenbeleuchtung sorgte dafür, dass zwanzig Minuten nicht gespielt werden konnte und erst als alle Emotionen und Spieler abgekühlt und einige nicht-Spielende schon mit Duschen fertig waren, das Doppel beginnen konnte. Kein Chance für Jan und Daniel, null zu drei. Also ein 8:8 Unentschieden. Weder Fisch noch Fleisch.
Zum nächsten Topspiel empfingen wir dann den ungeschlagenen Spitzenreiter Werder Bremen in eigener Halle. Unsere neu zusammengewürfelte Doppelaufstellung hätte sich beinahe ausgezahlt, aber Jan H. und Ramin scheiterten knapp im dritten Doppel, so dass wir wieder einem eins zu zwei Rückstand hinterherlaufen mussten. Captain Jan musste nach fünf Sätzen Mahler gratulieren, dies egalisierte aber Daniel mit einem sensationell klaren drei zu null gegen Beelmann. Genauso sensationell klar war die Niederlage von Lars gegen Milles, ehe auch noch „DJ Offense“ Jan H. gegen M. Adebar im fünften Satz die Segel streichen musste. Das sah nach Packung aus und dieser Eindruck wurde von Robert K. mit einer null zu drei Niederlage gegen Feldmann verstärkt. Zwei zu Sechs der Zwischenstand. Der „Commander“ Ramin trötete das Signal zur Aufholjagd, als er wieder nervenstark Farchmin mit 11:9 im Fünften bezwang. Captain Jan spielte sogar Rückhandtopspins in ungeahnter Anzahl und konterte und fightete sich gegen Beelmann zum drei zu eins Sieg durch. Abraha konnte irgendwie nichts aus der Ruhe bringen in der Hinserie (es liegt wohl an der charmanten Begleitung und Motivationshilfe Sara) und schlug Mahler mit 11:3 im fünften Satz. Schon komisch, wie manchmal die Gegner einem „andersherum“ in der Mitte besser liegen: Lars gewann endlich mal wieder ein enges Ding, indem er Adebar nach kurz hochkochenden Emotionen zu neun im Fünften besiegte. Mentalbarometer steig! Auch unser „Linkshänder der Herzen“ Jan H. wollte da nicht zurückstehen und setzte unseren Lauf mit einem fulminanten Sieg gegen den guten Milles fort. Sieben zu sechs für uns. Nun wurde es aber hart: Robert hatte sein zweites Einzel gegen Farchmin aus beruflichen Gründen vorgezogen und zum ersten Mal seit Menschengedenken gab es dabei Zeitspiel, weil sich zwei erbitterte Abwehrspieler und „Ballrüberschieber“ gegenüberstanden. Leider brachte Robert eine klare Führung nicht ins Ziel und verlor letztlich im Fünften. Ramin gegen Feldmann lautete also das Duell der bis dato ungeschlagenen Sechser. Leider sollte der Werderaner seine Serie behalten und Ramin musste nach drei Sätzen gratulieren. Wieder Schlussdoppel, wieder keine Chance. Null zu drei und damit ein frustrierendes 7:9. Da hatten wir den Tabellenführer eigentlich „auf der Pfanne“, aber c‘ est la vie, wie der Russe zu sagen pflegt…
Freitagabend Derbyzeit! Vor zahlreichen Zuschauern ging es zum dichtesten Auswärtsspiel der Saison gegen den SC Vahr/Blockdiek. Als unsere ersten beiden Doppel verloren, klingelte zum Glück mal bei Ramin und Lars der Wecker und sie gewannen ihr erstes (!) Doppel der Saison, allerdings auch weil sie zum ersten Mal als Doppel drei antraten. Daniel mit beunruhigender Sicherheit und Gelassenheit (könnte an der Wunderpille gelegen haben) locker sowie Jan mit großem Kampf und zwei Bällen Vorsprung im fünften Satz sorgten für die drei zu zwei Führung. Jan H. spielte gut, musste sich aber dem unangenehm zu spielenden Axel Pfennig nach vier harten Sätzen beugen, während Lars sich endlich mal wieder mit Angriffstischtennis gegen Michi Rohn durchsetzen konnte. Unten heute unser Sahne-Paarkreuz: Ramin mal wieder im fünften und Ersatzmann Robert Slapka in vier Sätzen gestalteten den Halbzeitstand mit sechs zu drei deutlich positiver. Captain Jan hatte gegen Kjell aber mal sowas von überhaupt keine Chance, während Daniel noch immer auf Wolke 7 chillte und dadurch die nötige Ruhe hatte im Entscheidungssatz gegen Schultz die richtigen Entscheidungen und Topspins zu treffen. Nun machte die Mitte das Spiel aber wieder spannend: Lars verschenkte ärgerlich eine Führung im dritten Satz und musste Pfennig noch vorbeiziehen lassen. Rohn blockte einfach fast alle Vorhand-Linkshänder-Side-/Topspin-Dinger von unserem „DJ Offense“ Jan H. und entnervte ihn damit zu zwei im fünften Satz. Aber wie oben angedeutet hatten wir ja unser Sahne-Paarkreuz eingepackt: Ramin ließ Christoph Credo kaum Chancen und gewann drei zu null, während Robert S. und Franz König sich jeweils immer nur zwei Punkte Vorsprung gönnten. Spannender konnte es kaum werden, aber unser Robert triumphierte zum 9:6 Auswärtssieg. Anschließend wurde noch gemütlich in der Vereinskneipe nebenan gegessen, getrunken und geschnackt. Schöne Spiele, schöne Atmosphäre und ein schönes Ergebnis – was will man mehr beim semi-ambitionierten Freizeitsport?!
Keine 12 Stunden nach dem letzten Auswärts-Bierchen öffnete die TTC-Arena wieder ihre Pforten: Der Hinserienabschluss gegen TV Walle-Bremen 1875 wartete. Unsere Gäste rangierten einen Punkt vor uns, den wir ihnen natürlich nicht lassen wollten. Und so langsam kennen wir uns mit Hypotheken aus, also falls jemand mal ein Haus finanzieren will: Wir haben nicht nur mit Robert Slapka einen Weltklasse-Baufinanzierer als Ersatzmann dabei, sondern sind auch Meister im Hypotheken anhäufen. Null zu Drei Doppel in einer neuen Variante. Super Idee… Aber dann lief es auf einmal. Captain Jan und Daniel eröffneten oben den Reigen gewohnt stark, das hatten wir auch so erhofft! Die überzeugenden Siege von Lars gegen den guten Oetjen und Jan H. gegen Burchard waren eigentlich gar nicht so eingeplant, aber mitnehmen tut man sowas ja sehr gerne – zumal die drei Doppelniederlagen ja auch nicht eingeplant waren und Hypothekentilgung ja auch dazu gehört. Auch Robert Klein spielte ganz stark und ließ Dellbrügge in drei Sätzen überhaupt keine Chance. Robert Slapka ersetzte Ramin und musste wegen einem vorgezogenen Spiel ewig warten, was ihn leider aus dem Rhythmus brachte und er Bente bereits nach drei Sätzen gratulieren musste. An unserem oberen Paarkreuz gab es heute absolut nichts auszusetzen, außer vielleicht ästhetische Faktoren: Sowohl Jan als auch Daniel zeigten Weiss und Siantidis auch in ihren zweiten Einzeln, wo der Vorhand-Topspin- Hammer hängt. Sieben zu vier Führung! Die Mitte spielte mal wieder Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Die ersten Einzel toll, die zweiten Einzel doof (oder andersherum). Lars und Jan H. verloren jeweils eins zu drei. Leider hatte Robert Klein sein vorgezogenes Einzel schon hauchdünn in der Verlängerung des fünften Satzes verloren. Wie gewonnen, so zerronnen: Sieben zu sieben. Robert Slapka zeigt dann gegen Dellbrügge, warum er ein so guter Ersatzmann ist, drei zu null, obwohl er laut eigenen Angaben eigentlich „immer ganz andere Bälle spielen“ wollte. Tat er aber zum Glück nicht und damit gingen wir mit einem acht zu sieben Vorsprung ins Schlussdoppel. Was kommt nun? Ja, richtig gemutmaßt, auch hier gab es eine Klatsche für uns. 8:8 hieß es damit zu guter letzt trotz acht gewonnener Einzel und Sätzen, zähneknirschend wohl auch „leistungsgerecht“, wie es so schön heißt, weil Doppel nun mal auch als Leistung gelten… Nach dem letzten Punkt verteilten die sympathischen Waller Sportsfreunde dann noch Gastgeschenke in Form von Wodka-Energy-Mischen als Vorbereitung zur Weihnachtsfeier und es wurde ein kleines Brettchen-Doppel ausgespielt…
Fazit der Hinserie:
1. Es macht richtig Bock mit dieser Mannschaft (Danke Jungs!) in der Liga zu spielen und wir freuen uns auf die Rückrunde.
2. Wir können gegen jede Mannschaft in dieser spannenden Liga mithalten und auch gewinnen.
3. Voraussetzung ist, dass wir mal vernünftige Doppelpaarungen aufstellen. Die meisten Einzel aller Teams haben wir gewonnen!
4. Vielleicht geht dann auch noch was nach oben…
5. Es ist immer blöd jemanden herauszuheben, aber was Daniel oben gespielt hat, war schon ganz ganz stark. Auch Ramin unten „zu eins“ ist klasse. Captain Jan Horstmann hat oben noch etwas mehr Potential, wie letzte Saison gezeigt hat. Lars kann ebenfalls noch einiges mehr, negativ in der Mitte ist schon hart. Jan Helmerding positiv in der Mitte liegt im Erwartungsrahmen, also voll erfüllt. Robert Klein kann auch noch mehr unten als er bisher abgerufen hat, aber dafür gibt’s ja auch noch eine Rückrunde. Und Robert Slapka als absoluten Edeljoker zu haben ist schon eine echte Ersatzverstärkung.
6. Wir danken unserem Edelfan Sascha ganz herzlich für seine Anfeuerung bei Auswärts- und Heimspielen und den anderen Fans für die Heimspielunterstützung!
Die Bilanzen im Einzelnen:
- Jan Horstmann 8:10
- Daniel Abraha 15:3
- Lars Schieber 8:10
- Jan Helmerding 10:7
- Robert Klein 7:6
- Ramin Schütte 10:1
- Robert Slapka 4:1
Für die Mannschaft, Lars Schieber